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Alles, was Sie über Lebensmittelverpackungen wissen müssen.

Aneta Roslon
Aneta Roslon | 5 min Lesezeit

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Einmal Checkliste zum Mitnehmen bitte!

Der Trend zu Take-Away-Food wächst und das nicht zuletzt durch die Coronakrise. Die Anforderungen an Lebensmittelverpackungen sind besonders groß, denn sie erfüllen mehrere Funktionen. Zum einen sind es die Schutz-, Informations-, und Frischhaltefunktion. Zum anderen sollten sie praktisch und umweltfreundlich sein. Die Checkliste in Kürze:

Lebensmittelverpackungen umweltfreundlicher Pizzakarton
Mit Packhelp in den Pizzahimmel - Pizzakarton mit Ihrem eigenen Aufdruck

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, haben wir eine Checkliste für Sie zusammengestellt. Knowledge-Input gibt es von unserem Verpackungsbrain Artur Oboleński. Artur hat 20 Jahre Erfahrung als Verpackungsingenieur und Supply-Chain-Experte. Dieser Mann weiß, wovon er spricht.

Los geht es mit unserer Nummer 1: Die Rolle der Nachhaltigkeit in der Verpackungswelt.

1. Nachhaltige Lebensmittelverpackung

Die Sache mit der Plastiksteuer: Am 1. Januar 2021 wurde in der Europäischen Union die Plastiksteuer eingeführt, um das Ausmaß der Umweltverschmutzung einzudämmen.  Damit müssen Mitgliedstaaten für jedes Kilogramm nicht recycelter Plastikverpackungen 80 Cent an die EU zahlen. 

Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), erklärt in einem Interview, die Plastiksteuer solle Verpackungshersteller belohnen, die Recyclingmaterial einsetzen oder gut recyclebare Verpackungen anbieten.

Einwegplastik in den Meeren
Einweg-Plastikgabeln gehören hoffentlich bald der Geschichte an.

Am 3. Juli trat dann das Europäische Einwegplastikverbot in Kraft. So kämpft die Europäische Union gegen Plastikmüll, der nicht selten in den Meeren landet.

Wie gut, dass es tolle Alternativen zu nicht recycelbaren Verpackungen gibt: Hier geht es zur Auswahl vollständig recycelbarer Lebensmittelverpackungen mit natürlichem Aufdruck auf Wasserbasis.

Kein Wunder, dass laut einer INVERTO-Studie über 80 % der Befragten aus der Verpackungs- und Konsumgüterindustrie in den nächsten fünf Jahren mit einem starken Anstieg des Bedarfs an nachhaltigen Verpackungen rechnen.

Die Hälfte der Befragten sprechen nachhaltigen Verpackungen sogar einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu. 

Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit

Eine Umfrage von Inverto zeigt den Stellenwert von umweltfreundlichen Verpackungen für Handel, Konsumgüter- und Verpackungshersteller.

Bedarf an nachhaltigen Verpackungen

Wettbewerbsvorteil mit nachhaltigen Verpackungen
Quelle: obs/Inverto GmbH/(c) INVERTO GmbH, 2020 *Betrachtung unabhängig von der Branche, Befragt sind ebenfalls Teil der Branchenauswertung.

Plastiksteuer hin oder her. Es gibt so einige andere gute Gründe für eine grüne Verpackungswelt. Steigen auch Sie auf umweltfreundliche Verpackungen um. Hier geht es zur Auswahl.

Artur Oboleński: “Erfüllt eine Verpackung nicht die Kernanforderungen, darunter die Schutzfunktion, ist die Frage der Recyclingfähigkeit sekundär. Worst-Case-Szenario: Ist das Gericht nicht sicher verpackt, eignet es sich u.U. nicht mehr zum Verzehr. Denken Sie an Energie und Ressourcen, die zur Produktion aufgebracht werden mussten. Reine Verschwendung, die sich leicht vermeiden lässt.” 

In Zahlen ausgedrückt: 33% aller produzierten Lebensmittel verderben oder werden unversehrt weggeworfen. Die Schutzfunktion der Verpackung kann hier entgegenwirken.

Best-Case-Scenario: Die Nutzung von Verpackungen, die sich vollständig in Meerwasser abbauen. Und zwar biologisch abbaubare (nicht zu verwechseln mit kompostierbar). Dafür gibt es spezielle Zertifikate. So helfen Sie dabei, gegen Plastik im Meerwasser zu kämpfen.   

Was müssen Lebensmittelverpackungen noch können, außer nachhaltig sein?

2. Easy-Open und Re-Close-Mechanismus

Eine leicht zu Öffnende Verpackung (auch Convenience-Verpackung genannt) ist nicht nur für Gastrobetriebe und Restaurants wichtig, sondern auch für Verbraucher:innen. Zum einen spielt der Zeitaspekt in der Gastronomie eine große Rolle, denn das warme Essen muss so schnell wie möglich verpackt werden. Ist der Ansturm groß, ist die ewige Fummelarbeit nicht nur ärgerlich, sondern verschwendet auch kostbare Zeit. 

Lebensmittelverpackungen für Nudeln
Diese Nudelboxen sind einfach zu Öffnen und lassen sich wiederverschließen. Kein Austrocknen!

Zum anderen aber muss die Verpackung auch für Verbraucher:innen leicht zu öffnen sein und gut in der Hand liegen. Sonst ist die Sojasoße schnell auf dem weißen Businesshemd und der Ketchup-Fleck auf der Mac-Tastatur. Das Essen springt einem regelrecht entgegen. 

Weitere nervige Unboxing-Momente von Frustverpackungen und wie es diese zu vermeiden gilt, finden Sie in diesem Blog-Artikel.

Zum Portionieren von Gerichten ist ein Re-Close-Mechanismus ein Segen. Wer die Portion nicht schafft, kann das Essen mit einer wiederverschließbaren Verpackung problemlos für später aufheben. 

Lebensmittelverpackng für Schokolade mit Schiebemechanismus
Lebensmittelverpackungen für Schokoladen mit 3 verschiedenen Mechanismen: Schiebemechanismus, Klappbar oder als Produktverpackung mit Deckel.

Bieten Sie Ihren Kunden also nicht nur mit Ihrem Gericht selbst, sondern auch mit einer frustfreien Verpackung einen tollen Food-Unboxing-Moment. 

3. Wärme- und Kälteisolierung

Eine der wichtigsten Anforderungen an die Lebensmittelverpackung ist, warme Gerichte auch warm zu halten und gefrorene Gerichte wie Eis so lange wie möglich zu kühlen. Nichts ist unappetitlicher als eine kalte Pizza, lauwarmes Ramen oder geschmolzenes Magnum-Eis. 

Andererseits darf die Verpackung beim Anfassen nicht zu heiß sein. Andererseits müssen kalte oder gefrorene Lebensmittel auch so gut wie möglich isoliert werden. Ihre Kund:innen bestellen Pizza oft zusammen mit einem Ben & Jerry's-Eis? Um nicht in direkten Kontakt mit dem warmen Pizzakarton zu kommen, kann man sich für eine Umverpackung aus mehrschichtiger Wellpappe entscheiden. Durch die Wellschicht in der Mitte sichert sie das nötige Mindestmaß an thermischer Isolation.  

4. Das richtige Material für Lebensmittelverpackungen

Das richtige Material geht mit der Wärmeisolierung Hand in Hand. Ob heiß, kalt, flüssig oder trocken. Das Material muss an die Art der Speise angepasst werden. Während warmes, fettiges Essen in fettabweisenden Verpackungen verpackt werden sollte, können kalt servierte Wraps in unbeschichteten Pappschalen verpackt werden. Doch vorsicht: Pommes werden schnell “labbrig”, wenn das Verpackungsmaterial durchweg luftdicht ist. 

Packhelp-Knowledge-Drop: Der KIT-Wert bestimmt den Grad der Fettabweisung. Die Skala reicht von 1-11. Die Intensität der Kartonbehandlung hängt davon ab, wie fettig das zu verpackende Produkt ist. Diesen gilt es bei der Verpackungswahl anzugeben.

Sollten Sie den KIT-Wert nicht kennen, lässt sich dieser bei Ihrem Verpackungslieferanten messen. Denken Sie daran, dass Fettflecken auf der Verpackung unappetitlich aussehen. 

Übrigens: Ab 2023 sind Restaurants, Bistros und Cafés verpflichtet, alternativ eine Mehrwegverpackung für ihre Produkte anzubieten.

Allerdings können Plastikbesteck und Styropor-Schalen, die bereits produziert wurden, weiterhin abverkauft werden. Das sieht zumindest die Novelle des Verpackungsgesetzes vor. 

Packhelp-Knowledge-Drop: Wir raten Ihnen, sich Folgendes zertifizieren zu lassen: 

  • Zertifizierung biologisch abbaubarer Produkte
  • Recyclingfähigkeit
  • Lebensmitteltauglichkeit
  • Bisphenol A-freie Produkte
  • Erfüllung der sog. REACH Standards  
  • Kompostierbarkeit 
  • Einhaltung der Migrationsgrenzwerte (Globalmigration und Spezifische Migration)

5. Sicherer Verschluss und Schutz vor Manipulation

Damit das Essen auch so am Ziel ankommt, wie es verpackt wurde und auch holprigen Straßen standhalten kann, müssen Lebensmittelverpackungen einen sicheren Verschluss haben. Ein sicherer Verschluss hält nicht nur das Essen warm, sonder ist auch in puncto Hygiene unverzichtbar. Es darf nichts auslaufen oder in die Verpackung hineingelangen.

Wer auf Nummer sicher gehen will: Burgerboxen oder Verpackungen für Salatschalen o.ä. sind To-Go-Verpackungen, die zusätzlich mit einem Aufkleber oder umweltfreundlichen Kraftklebeband versehen werden können. Diese werden auch Tamper-Evident-Etikettierung oder Sicherheitsplomben genannt. Sie sollen eine unbefugte Manipulation oder das unerwünschte Öffnen der Food-To-Go-Verpackung verhindern.  

6. Die richtige Größe der Lebensmittelverpackungen

Eine viel größere Verpackung als deren Inhalt wird nicht nur mit einer Mogelverpackung in Verbindung gesetzt. So wird auch Material und Lagerraum verschwendet, unnötig Verpackungsmüll produziert und zu guter Letzt kann der Inhalt beim Transport verrutschen. Grund genug, um die Verpackung an die Portionsgröße anzupassen. Stichwort: Verpackung nach Maß.

Sprechen Sie mit Ihrem Verpackungslieferanten über Ihre Anforderungen. Geben Sie die genauen Portionsgrößen an, damit dieser den Materialverbrauch genau berechnen kann.

Lebensmittelverpackungen für Pommes und Baguettes
Diese Pommesboxen und Baguett-Schalen wurden genau an die Portionsgröße angepasst.

Tipp: Geben Sie Ihrem Verpackungslieferanten eine Essensprobe mit. Ohne Mockup ist ein an das Produkt angepasstes Verpackungsdesign nahezu unmöglich. Ist dies z.B. durch Covid-Restriktionen nicht möglich, lässt sich ein 3D-Mockup mithilfe moderner Design-Programme digitalisieren.

7. Das Design für Lebensmittelverpackungen

Das Design dient als wahres Marketinginstrument und ist bei steigender Konkurrenz auf dem Food-Markt oft das Einzige, was Sie von Ihren Mitstreitern stark unterscheiden kann. Es sollte zum Gesamtbild Ihrer Marke passen und so ein einheitliches Konzept vermitteln. Ein gutes Verpackungsdesign stärkt außerdem den Wiedererkennungswert Ihrer Food-Marke und sorgt für wiederkehrende Kunden. 

Packhelp-Knowledge-Drop: Wussten Sie, dass wiederkehrende Kund*innen 40% des Umsatzes  ausmachen können? Und dass 76 Prozent der Konsument:innen sich sicher sind, dass Verpackungen ihre Wahrnehmung von Einzelhändlern positiv beeinflussen?*

*Umfrage von Kantar Retail Research für Sealed Air

Bedrucken Sie Ihr Food Packaging mit Ihrem Logo oder einem kreativen Werbeslogan. Nutzen Sie die Verpackung als Sprachrohr, mit dem Sie Ihre Werte vermitteln. Eine umweltfreundliche Alternative zu chemischen Farben ist ein Aufdruck auf Wasserbasis. Für die Extraportion Kundenbindung empfehlen wir eine persönliche Notiz z.B. vom Inhaber selbst, oder vom Chefkoch. Mit einem “Guten Appetit” oder einer Information, woher Ihre Produkte stammen und das Essen schmeckt sofort viel besser. Versprochen!

Lebensmittelverpackungen für Brötchen
Verpackung für Lebensmittellieferung des Londoner Brunch-Restaurants Breakfast en Bread.

8. Funktionales Sichtfenster für Lebensmittelverpackungen

Selbst an das Sichtfenster, das oft in Sandwichverpackungen zu finden ist, gibt es spezielle Anforderungen. Es muss für den direkten Lebensmittelkontakt geeignet sein. Außerdem sollten sie die Funktion erfüllen, eine Sneak-Peak des darin enthaltenen Essens zu geben. Deshalb ist es wichtig, dass keine Flüssigkeiten wie Soßen am Sichtfenster haften bleiben oder dass das Sichtfenster nicht beschlägt (sog. Anti-Mist-Coating). Zu Guter letzt sollte es leicht abtrennbar und somit leicht zu entsorgen sein. 

Lebensmittelverpackungen Sushi Box
Diese Sushi-Box mit Sichtfenster setzt den Inhalt perfekt in Szene und lässt sich wiederverschließen.

9. Geschmacksneutrale Lebensmittelverpackungen

Kennen Sie das, wenn beim Eis am Stiel der Holzgeschmack in die Eismasse übergeht? Das kann auch bei Lebensmittelverpackungen der Fall sein. Eine empfehlenswerte Methode zur Qualitätssicherung ist hier der sog. Robinson-Test (gemäß DIN EN 1230-2). Zur Beurteilung einer eventuellen Geschmacksübertragung werden die zu prüfenden Lebensmittel mit dem bedruckten Packmaterial in Gläsern eingeschlossen. Ein Test-Gruppe führt nach einer vordefinierten Zeit einen Geschmackstest durch.

10. Food-Fotografie, aber richtig

Appetitlich präsentierte Gerichte schaffen Mehrwert für Verbraucher:innen. Gerade im digitalen Zeitalter ist Werbung auf Social Media längst zur Notwendigkeit geworden. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Fotos Ihrer Gerichte dem Endprodukt, das Verbraucher:innen in den Händen halten, auch der Wahrheit entsprechen. Insta vs. Reality ist nicht nur in der Modelbranche ein großes Thema. Die Lebensmittelverpackung kann noch so gut designt sein. Doch wenn Ihre Kund:innen diese öffnen und das Innere nicht den Vorstellungen entspricht, kann es Kritik hageln.

Instagram vs. Reality Food photography
Foto: Twitter #BiteBack2030

Essensfotos werden oft so durch Farbintensität oder Kontrast manipuliert, dass es nichts mehr mit dem eigentlichen Gericht zu tun hat. Das kann sich ganz schnell auf Ihr Markenimage auswirken. Schon 1-2 Kommentare in der Google-Bewertung reichen aus, um potenzielle Kund:innen abzuschrecken.  

Instagram vs. Reality Essen
Quelle: Eat More Not Less, Photo Credits: @fitwomeneat

Wrap-Up

Verpackungen von Lebensmittel hinterlassen bei Ihren Kund:innen einen bleibenden Eindruck, wenn sie richtig gemacht werden. Bevor Sie also planlos Verpackungen bestellen, nehmen Sie sich diese Checkliste zur Hand und lassen Sie sich von Verpackungsexpert:innen beraten.

Die goldenen Regeln bei der Verpackungswahl sind Nachhaltigkeit, Funktionalität und Design miteinzubeziehen. 

Ihrer perfekten To-Go-Verpackung steht nun nichts mehr im Wege. Hier geht es zu unserer Top-Auswahl an Lebensmittelverpackungen.

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