7 nervige Unboxing-Momente, die Sie alle kennen. Und wie man diese mit frustfreien Verpackungen vermeiden kann.

Aneta Roslon
Aneta Roslon | 10 min Lesezeit

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Huston, we have a problem. Und es sind Frustverpackungen, die das Unboxing (Auspackerlebnis) zu einem strapazierenden Kraftakt machen. Lesen Sie diesen Artikel, um zu erfahren, was Verbraucher:innen an Verpackungen nervt und was Sie als Verkäufer:in tun können, um dies zu vermeiden. Stichwort: Frustfreie Verpackung. Wir schlagen Lösungen zu folgenden Pain Points der Verpackungsindustrie vor:

Lehnen Sie sich zurück, machen Sie es sich bequem und brühen Sie sich einen Melissen-Tee für die Nerven. Los geht’s!

wrap rage schrei

1. Zu viel Verpackungsmaterial

Problem: Mal ehrlich. Wir schreiben das Jahr 2021. Moderne Verpackungstechnologien erlauben es, die Verpackung so zu konstruieren, dass Packstoffvolumen signifikant reduziert werden kann, ohne dabei Abstriche hinsichtlich der Verpackungsqualität in Kauf nehmen zu müssen.

Und trotzdem werden auch heute noch kleine Produkte in eine überdimensionale Verpackung gepackt, die zusätzlich mit sog. Verpackungschips gefüllt ist, um den unnötigen Hohlraum zu füllen. Wenn der Karton dann auch noch in hektargroßen Mengen an Stretchfolie eingewickelt ist, dann ist das Verpackungs-Desaster komplett. Wir fragen uns: Muss das wirklich sein?

Die Lösung: Maßgeschneiderte Verpackungen! Sie sind so an die Größe des Produkts angepasst, dass kein unnötiger Hohlraum entsteht und kein Material verschwendet wird.

Inlay Handyverpackung
Eine von Packhelp entworfene frustfreie Verpackung für Hadys, die ohne Plastik auskommt, Produktschutz bietet und Material spart.

Das ist nicht nur kosteneffizient, sondern auch ressourcenschonend. Für den zusätzlichen Schutz und die perfekte Produktpräsentation sind Kartoneinlagen empfehlenswert. Sie lassen sich auch kleinformatige Gegenstände perfekt platzieren - ganz ohne Kunststoff!

Packhelp Plus bietet komplexe Verpackungen, die genau an Ihr Produkt angepasst sind. Fordern Sie jetzt Ihr individuelles Angebot an!

2. Schlechtes Design

Problem: Wir alle kennen das Beispiel des hässlichsten Autos der Welt: Fiat Multipla. Doch Schätze wie diese lassen sich auch in der Verpackungswelt finden. Wie sind Produkte wie diese durch die Design-Abteilung gekommen? Wie konnte es so weit kommen, zu sagen: Ja, das sieht gut aus. Kann zum Druck? Warum hat hier keiner eingegriffen? Fragen über Fragen.

Eines steht fest: Schlechtes Design schreckt definitiv vom Kauf ab. Und eine der Hauptfunktionen von Verpackungsdesign ist nunmal genau das Gegenteil. Es ist ein äußerst effektives Marketinginstrument, denn Form, Farbe und Material beeinflusst maßgeblich die Kaufentscheidung am Point of Sale.

Schlechtes Verpackungsdesign
Dieses Verpackungsdesign einer Biermarke für Frauen ist ein bisschen nach hinten losgegangen. Geworben wird mit: Smart… sexy… beautiful… brilliant… and breath-taking. Naja, wir sind uns unsicher.

Wirklich schöne Verpackungsdesign-Inspirationen finden Sie hier.

Verpackungsdesign für Flaschen Köksbryggeriet
Diese Umverpackung für Flaschen und Gläser von Det Lilla Köksbryggeriet sieht doch gleich viel besser aus, oder? Unsere Standbodenbeutel sind mit Druckverschluss versehen und sind somit wiederverschließbar und - vor allem - leicht zu öffnen.

Lösung: Man muss kein professioneller Grafikdesigner sein, um eine schöne, frustfreie Verpackung zu gestalten. Mit einem Online-Editor können Sie auch ohne Designerskills Verpackungen nach Ihren Vorstellungen selbst designen! Bevor die Verpackung produziert wird, geht der Entwurf durch einen Print Expert-Check und wird von Verpackungsexperten begutachtet.

Hier geht es zu einer Auswahl vorgefertigter Designvorlagen für Verpackungen.

Am besten lässt man sich zuvor ein Sample liefern, um zu schauen, wie das Endprodukt aussieht, bevor es in großen Mengen produziert wird. Traut man sich das Design nicht selbst zu, sollte man auf erfahrene Produktdesigner zurückgreifen, die wissen, was sie tun.

3. Unpraktische Verpackungen

Problem: Unpraktische Verpackungen kommen direkt aus der Hölle. Da sind wir uns doch einig. Warum sind sie eigentlich legal? Angefangen bei Joghurt, dessen Aludeckel in 98% der Fälle an den ungünstigsten Stellen reißt, bis hin zu verschweißten Plastikverpackungen, deren Öffnung ein wahrer Kraftakt ist und eine sog. “wrap rage” auslösen. Es sei denn, man hat gerade eine Gartenschere zur Hand. Auch Nudelverpackungen aus härterem Kunststoff reißen gerne so auf, dass schnell die Lust am Kochen vergeht.

wrap rage
In Hartplastik eingeschweißtes Produkt verursacht Wrap Rage. Fast schon kriminell unpraktisch und alles andere als eine frustfreie Verpackung.

Lösung: Sog. Easy Open-Verpackungen. Mechanismen, die dem Verbraucher das Leben leichter machen. Dazu gehören:

  • Angeritzte Linien, die einen glatten Rissrand ermöglichen (in der Produktion sehr günstige Alternative)
  • Aufreißstreifen bei Versandkartons
  • Druckverschluss, mit dem sich die Verpackung problemlos öffnen und wiederverschließen lässt.
  • Schiebemechanismus bei sog. Schuberschachteln

Mit diesen Lösungen lassen sich Versandverpackungen problemlos öffnen, Produkte entpacken und Lebensmittel umfüllen. All das, ohne für die Produktion ein Vermögen auszugeben.

4. Schlechtes Gewissen

Problem: Kennen Sie es? Das plagende schlechte Gewissen beim Kauf von Produkten die mit Plastik verpackt werden? Fast wie ein nötiges Übel bieten Plastikverpackungen folgende Vorteile:

  • Sie sorgen für längere Haltbarkeit bei Lebensmitteln.
  • Sie sind leicht im Transport und somit spritsparend
  • Steril und keimfrei in der Medizin- und Lebensmittelindustrie.

Andererseits sind sie ein wahrer Klimakiller, denn:

  • Sie gefährden durchaus die Gesundheit: Bei Kunstoff können sich Weichmacher lösen und in die Lebensmittel oder Kleidung übergehen.
  • Plastikverpackungen können kaum recycelt werden. Das ist gerade bei Verbund- und Mehrschichtmaterialien ein Problem. (z.B. ein Getränkekarton).
  • Schon bei der Herstellung wird oft Erdöl und Erdgas verwendet, was sich negativ auf die Umweltbilanz auswirkt.

Und dann ist es da, das schlechte Gewissen. Der vollständige Verzicht auf Kunststoff in der Verpackungsindustrie wäre zwar ein Traum, ist jedoch eher unrealistisch. Es gibt jedoch gute Gründe, Plastik zu vermeiden. Eine Befragung von Simon-Kucher & Partners z.B. zeigt: 83% der Befragten Verbraucher zeigen die Bereitschaft, mehr für nachhaltige Verpackungsmaterialien zu zahlen.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Verpackungsinstituts geben 70% der befragten deutschen Konsumenten an, mindestens einmal auf den Kauf eines Produkts verzichtet zu haben, weil die Verpackung nicht nachhaltig genug war.

Die Lösung für das verbreitete Problem mit dem schlechten Gewissen sind nachhaltige Verpackungen. Sowohl für Verbraucher:innen als auch Verkäufer:innen gilt:

  • Achten Sie auf Verpackungen aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Das FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council) z.B. zeigt, dass die Holzfasern aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern stammen.
  • Setzen Sie dort, wo der vollständige Verzicht auf Verpackungen nicht möglich ist, auf nachhaltige Alternativen zu Plastik. Wir zählen Ihnen im Folgenden einige Bsp. auf:

Nachhaltige Versandschachteln

Nachhaltige Verpackungen als Alternative zu Plastik

    • Diese Versandschachtel mit Aufdruck besteht zu 90% aus recycelten Materialien und ist vollständig recycelbar. Beim Aufdruck wurde wasserbasierte Tinte verwendet. Auch Nachhaltigkeit kann also stylisch sein!
    • Dieses Packpapier besteht aus Recyclingpapier und ist die perfekte Alternative zu Plastikfolie - besonders bei Produkten mit niedrigen Barriereanforderungen
    • Diese Packbänder gibt halt und ist vollständig recycelbar sondern lässt sich auch noch leicht ablösen und kann somit guten Gewissens als frustfreie Verpackung bezeichnet werden.
    • Nutzen Sie Papiertaschen aus Recyclingpapier statt Plastiktüten und bedrucken Sie diese mit Branding aus pflanzlichen Farben
    • Auch Versandbeutel können nachhaltig sein: z.B. Dieser Versandbeutel besteht aus biologisch abbaubarem Harz und ist kompostierbar

Noch mehr umweltfreundliche Verpackungen finden Sie hier.

5. Unverständliche Informationen auf der Verpackung

Problem: Nicht jede/-r Verbraucher:in hat ein Pharmastudium absolviert. Ein Beispiel von tausenden sind Kennzeichnungen bei Kosmetikartikeln. Potenziell schädliche Inhaltsstoffe lassen sich oft nicht als solche erkennen oder sind unter einem Decknamen versteckt. Man findet Inhaltsstoffe wie Polyethylenterephthalate, die zu Schadstoffen in Plastik gehören. Aber wer weiß schon, was das ist?

Lösung: Abhilfe schaffen hier Apps, die dabei helfen, sich im Begriff-Jungle zurechtzufinden. Mit der Codecheck-App kann man Produkt-Barcodes scannen und herausfinden, ob sich Kosmetikprodukten, Lebens- und Reinigungsmitteln schädliche Inhaltsstoffe befinden.

6. Trust Issues durch Mogelverpackungen

Es gibt so viele kreative Tricks, mit denen Produzent:innen die Inhaltsmenge ihrer Produkte reduzieren, ohne dass es auf den ersten Blick auffällt. Die versteckten Preiserhöhungen um bis zu 75% sollen laut Verbraucherschützern keine Seltenheit sein.

Mogelpackung

Hier ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Diese Mogelverpackung von OMO endete mit einer Abmahnung an Unilever.

Lösung: Sie lautet ganz einfach: Als Verbraucher:in fühlt man sich irgendwie belogen und betrogen. Liebe Verpackungsindustrie: Können wir uns bitte auf Verpackungsgrößen einigen, die auch wirklich zur Produktgröße passen und damit Verpackungsmaterial sparen?

Sie als Verbraucher:in können Mogelverpackungen bei der Verbraucherzentrale Hamburg melden.

Ruthe Tinder Foto

7. Lieferverzug

Problem: Last but not weniger nervig: Wenn das Unboxing gar nicht oder erst verspätet stattfindet.

Auch präzise Informationen wie “Das Paket wird zwischen 8-18 Uhr zugestellt”. Und dann sitzt man da und wartet von 8-18 Uhr und es klingelt einfach keiner. Die Bestellung verzögert sich manchmal um Wochen. Fast wie im Hausarrest wartet man geduldig, arbeitet vom Home-Office aus oder nervt die Nachbarn mit der Bitte, das Paket anzunehmen. Für manche Nachbarn ist dies oft ungefragt zur Nebenbeschäftigung geworden.

Lieferverzögerungen

Lösung: Es ist so: Online-Händler:innen müssen die Lieferzeiten angeben und sich an diese halten. Verbraucher:in können eine Frist setzen, binnen der die Ware da sein soll. Wird auch diese nicht eingehalten, können sie laut Verbraucherzentrale vom Vertrag zurücktreten.

Und was die Sache mit den Nachbarn angeht: Dass die Nachbarn das Paket annehmen, sollte nicht zur Selbstverständlichkeit werden. Diese sind zudem rechtlich nicht dazu verpflichtet. Doch bevor es zum Nachbarschaftsstreit kommt: Informieren Sie Nachbarn zumindest über eine mögliche Paketsendung und fragen Sie, ob sie damit einverstanden sind. Reizen Sie die Hilfsbereitschaft der netten Omi von nebenan jedoch nicht aus.

Zusammenfassung:

Verspätete Lieferungen, schlechtes Design oder Tricksen bei der Verpackungsgröße: Fauxpas wie diese können Sie etliche Kund:innen kosten. Oder möchten Sie etwa, dass Ihr Produkt zur Mogelverpackung des Monats gekürt wird? Sicher nicht, aber zum Glück gibt es mittlerweile tolle Verpackungslösungen, die nachhaltig, praktisch und einfach zufriedenstellend sind.

Und für Verbraucher:innen gilt: Man muss sich nicht alles gefallen lassen. Verhelfen Sie sich mit Apps, die Kennzeichnungen verständlich machen, melden Sie Mogelverpackungen bei der Verbraucherzentrale unter diesem Link oder: Manchmal muss man es eben einfach mit Humor nehmen.

Verpackungen müssen nicht strapazieren. Finden Sie Ihre frustfreie Verpackung!

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