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Schöne, haptische Welt: Die Verpackungsdesign-Trends 2019

Janis Englert
Janis Englert | 7 min Lesezeit

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In den vergangenen Jahren hat Materielles zunehmend an Bedeutung verloren: Bücher werden als E-Books herausgegeben, Musik kann über Online-Plattformen gehört und Filme via Netflix oder Amazon konsumiert werden.

Diesem Trend steht die zunehmende Bedeutung des Verpackungsdesigns für Kaufentscheidungen potenzieller Konsumenten entgegen. Digital Natives messen Kartons und Co. oftmals größere Bedeutung bei, als es bei den älteren Konsumenten der Fall ist. Verpackungsdesign stellt hier eine Verbindung zwischen digitalem Komfort (z. B. durch QR-Codes) und der Haptik des Offline-Einkaufs her.

Damit ist Verpackungsdesign eines der wichtigsten Marketing-Instrumente für Unternehmen, um wachsende Konsumentenzahlen zu erreichen: Designs, Materialien und Formen bestimmen über den Erfolg bzw. Misserfolg eines Unternehmens. Von Grafikdesign über Formen bis hin zu Materialien: Wir zeigen Ihnen hier die aktuellen Trends für ein gelungenes Verpackungsdesign:

Die Grafikdesign-Trends

1. Leuchtende Farbverläufe

Schokoladendesign zweifarbiger Farbverlauf
Quelle: 99designs.de

Farbverläufe sind durch große Konzerne wie Apple und Microsoft schon seit einigen Jahren im Contemporary Design angekommen.

2019 halten sie nun auch vermehrt Einzug ins Verpackungsdesign. Durch das Kombinieren und Vermischen verschiedener Farben und die Intensität des Verlaufs ist es den Designern möglich, altbewährte Layouts zu nehmen und Ihnen ein aufregendes und frisches Update zu verpassen.

Der Mix macht dabei den Unterschied. Denn durch die Zusammenstellungen mehrerer knalliger, intensiver oder sanfter Nuancen erweitern Farbverläufe den farblichen Spielraum im Verpackungsdesign. Somit wird der Hintergrund schnell zum Highlight, wie auch in unserem Beispiel.

Hier lässt die Designerin ein kühles Türkis in ein warmes Altrosa verlaufen, was besonders neben dem intensiven Braunton der Schokolade einfach nur zum Anbeißen aussieht.

2. Nude-Farbpaletten

Verpackung Beauty Produkt in Nude
Quelle: 99designs.de

Der englische Farbbegriff „Nude“ bedeutet übersetzt „hautfarben“.

Genauso natürlich kommen Verpackungen, die in dieser Farbpalette gehalten sind, daher. Sie spiegeln verschiedene Töne wider, die auch die menschliche Haut haben kann: vom zarten Pfirsich und Rosé hin zu warmen, dunkleren Tönen.

Am schönsten machen sich Nude-Nuancen als sanfter Hintergrund gemeinsam mit cremigen Tönen im Etikett oder leuchtenden Pastellklecksen als Akzentfarben. Wie das Beispiel zeigt, vermitteln Verpackungen, die Nude als Grundton einsetzen, ein Gefühl von Wärme, Zugänglichkeit und Natürlichkeit. Und das ist schließlich genau das, was wir in einer Zeit, in der vieles nicht mehr anfassbar ist, oft herzlich vermissen.

3. 8-Bit-Verpackungsdesign

Verpackung Beauty Produkt in Nude
Quelle: 99designs.de

Dieser Trend steht im klaren Kontrast zu natürlichen Farbpaletten in Nude. Denn 8-Bit bedeutet nichts anderes als eine Reminiszenz an die ersten Schritte in der frühen, digitalen Welt unserer Jugend. Erinnern Sie sich noch daran, wie viel Spaß die ersten pixeligen Videospiele gemacht haben? Die Digital Natives wissen es auf jeden Fall und sie sehnen sich nach dieser „guten alten Zeit“. Deshalb wird der coole Retro-Look jetzt auch von Designern aufgegriffen und im Verpackungsdesign nachempfunden. Minimalistische Grafiken, reine Farben und klare harte Linien wirken kraftvoll.

Ein wirklich gelungenes Beispiel ist das Etikett der Weinflasche auf unserem Bild. Denn die Übersetzung eines traditionellen moldawischen Musters in die 8-Bit Optik schafft es, Altbewährtem ein modernes Gesicht zu verleihen.

4. Schwarz-weiße Verpackungen

Hautpflege Produktverpackung in Schwarzweiß
Quelle: 99designs.de

Gelebten Minimalismus findet man in diesem Verpackungstrend.

Denn die Reduktion auf Schwarz und Weiß ist nichts Anderes – und doch so viel mehr. Wer schwarze und weiße Elemente gemeinsam einsetzt, vermittelt ein aufgeräumtes, schlichtes und ebenes Bild. Die Dynamik, die der Kontrast von Schwarz und Weiß im Zusammenspiel entwickelt, kann vom Betrachter unmöglich ignoriert werden. Die Einfachheit und Ausgewogenheit ist kraftvoll und erweckt den Wissensdurst des Konsumenten. Er muss einfach erfahren, was sich hinter der Verpackung versteckt. Diese Stärke findet man auch in dem Beispiel wieder. Die floralen Elemente strahlen trotz der fehlenden Farbe Natürlichkeit aus und gerade das simple Design wirkt besonders ausdrucksstark.

'Die Einfachheit und Ausgewogenheit ist kraftvoll und erweckt den Wissensdurst des Konsumenten.'

5. Flache Illustrationen

Teeverpackung Flat Design
Quelle: 99designs.de

Flache Illustrationen verwehren sich jeglichem 3D-Effekt und geben sich der absoluten Einfachheit hin, ohne dabei an Komplexität einzubüßen. Das sogenannte Flat Design hat seinen Ursprung in der Schweizer Typografie der 1920er-Jahre, die sich im 20. Jahrhundert zur wesentlichen Grafikdesign-Grundlage entwickelte. Der Fokus wird dabei auf einfaches Design, Farbe und Typografie gelegt.

Dieser minimalistische Ansatz ist daher besonders gut für Druckprodukte wie Verpackungen geeignet, was auch die Tee-Verpackung auf der Abbildung zeigt. Hier wird die dreidimensionale Teetasse durch die flache Illustration der Landschaft um sie herum hervorgehoben, so dass man sie am liebsten gleich aus dem Bild nehmen und lostrinken möchte.

Die Material-Trends

1. Recycling und öko-freundliche Herangehensweise

Runde Verpackung
Quelle: 99designs.de

Im Jahr 2019 kann niemand leugnen, dass wir zu viel Müll produzieren. Umso wichtiger ist es, dass die Komponenten Wiederverwertung und Nachhaltigkeit schon bei der Kreation der Verpackung einbezogen werden. Und nachdem dieses Bewusstsein in der Gesellschaft schon lange angekommen ist, ändert sich derzeit endlich auch einiges auf politischer Ebene. Die EU will bis 2021 ein Verbot von Plastik in vielen Bereichen umsetzen und auch die Bundesregierung nimmt mit dem neuen Verpackungsgesetz die Produzenten von Verpackungen in die Pflicht. Aber auch im eigenen Interesse sollte die Reduzierung und nachhaltige Produktion von Verpackungen auf unserer Agenda stehen. Glücklicherweise erleichtern neue Materialien diesen Prozess immens. Pflanzenbasiertes, kompostierbares Plastik oder Verpackungen aus dem schnellwachsenden Rohstoff Bambus zählen zu den besonders innovativen Alternativen.

Jedoch kann auch schon die Verwendung von Recycling-Karton einen großen Unterschied machen. Schöner Nebeneffekt: Der braune Karton sieht zusammen mit einem minimalistischen Design einfach nur schick aus.

2. Metallische Prägungen

Verpackung mit metallischer Prägung
Quelle: 99designs.de

Optische Aufwertung ist in diesem Jahr ein wichtiges Bindeglied zwischen Material, Form und Design. Mit einfachen Mitteln und einer gesunden Portion Minimalismus kann man so jedem Produkt und seiner Verpackung – insbesondere Kartons – einen Premium-Charakter verleihen. Metallische Prägungen gehören zu den spannendsten Trends im Verpackungsdesign 2019. Durch den Einsatz von speziellen Lacken verleiht man zum Beispiel dem gesamten Karton ein glanzvolles Finish. Alternativ kann aber auch nur das Logo oder ein Schriftzug durch metallisch schimmernde Folien in den Karton geprägt werden.

Egal für welche Variante Sie sich schlussendlich entscheiden: Beides sieht edel aus und ist in Kombination sogar noch anmutiger, wie dieses Produktbeispiel beweist.

Die Form-Trends

1. Reguläre und runde Formen

Trends bedeuten nicht immer automatisch Innovationen. Dies zeigt sich besonders gut bei den diesjährigen Form-Trends. 2019 sind vor allem konventionelle Formen auf dem Vormarsch. Zwar gibt es viele Ideen in Richtung aufregender, moderner Designs, doch ist die bewährte Form in Zeiten, in denen Ökologie und Ökonomie so eine wichtige Rolle spielen, auch die ressourcenschonendste Variante.

Die herkömmliche rechteckige Box ist nämlich nicht nur in ihrer Produktion am besten skalierbar, sondern spart auch bei ihrer Beförderung weiterhin am meisten Platz, da sie sich gut stapeln lässt. Das ist besonders wichtig für den wachsenden e-Commerce-Sektor. Zudem lassen sich eckige Kartons am leichtesten und kostengünstigsten branden. Trotzdem gewinnt in manchen europäischen Ländern auch die runde Verpackung derzeit an Bedeutung. Besonders hervorzuheben ist dabei Frankreich, das durch seine Hutmachertradition schon lange auf runde Kartons setzt.

2. Smart Packaging

Lebensmittelverpackungen aus Bienenwachs
Quelle: packhelp.de

Im Gegensatz zum vorherigen Punkt strotzt dieser Trend nur vor Innovation. Denn die sogenannte „schlaue“ Verpackung, versucht die Probleme der Nachhaltigkeit und des Transports durch clevere Ideen zu lösen.

Eine essbare Verpackung oder die in-sich-zerfallende Saftpackung sind nur einige Beispiele für diesen Trend, der insbesondere im Food-Sektor eine glänzende Zukunft haben dürfte.

3. Unboxing-Experience

Unboxing: Verpackung für Kinderkleidung als Erlebnis
Qeelle: 99designs.de

Last but not least geht es bei Verpackungen immer auch um den Genuss des Auspackens. Nicht ohne Grund sind sogenannte Unboxing-Videos der Renner auf Youtube. Denn zum einen wollen die Kunden heutzutage keine Katze im Sack kaufen und solche Videos sind eine großartige Quelle der Vorabinformation. Zum anderen geht es auch um die eigene Auspack-Erfahrung.

Denn in Zeiten, in denen viele Produkte digital konsumiert werden, wird der Wunsch nach etwas Greifbarem größer. Die Haptik des Materials, die optische Gestaltung und der Geruch können den feinen Unterschied machen. Das Auspacken eines Produkts aus einem mit Bedacht gestalteten Karton – wie auf unserem Bild – kann somit zu einem ganzheitlichen Erlebnis werden. Schon beim Design der Box sollten Sie den Unboxing-Gedanken deshalb immer im Hinterkopf behalten.

Hauptsache anfassbar und ökologisch

Die gute Botschaft vorab: Auch 2019 wird im Verpackungsdesign das Rad nicht neu erfunden. Viele gestalterische Trends greifen auf bereits Bekanntes zurück. Retro ist auch in diesem Jahr noch angesagt und speziell Farbverläufe haben schon seit einigen Jahren ihren Weg ins Verpackungsdesign gefunden. Auch die aktuelle Rückbesinnung zum Einfachen und Natürlichen spiegelt sich in den Trends wider und so braucht man sich in puncto Material und Form nicht vor kostspieligen oder komplizierten Designs zu fürchten. Trotzdem gilt es, die Verpackungen an die Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen. Neben Minimalismus und Nachhaltigkeit spielt das Auspacken eine immer wichtigere Rolle. Das Design und die Haptik nach diesen Kriterien zu gestalten, ist eine Aufgabe, die mit Bedacht erfüllt werden sollte, besonders wenn man in der Zielgruppe der Digital Natives erfolgreich sein will. 

Dies ist ein Gastbeitrag von 99designs in Zusammenarbeit mit Packhelp.
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