Was ist Schwarz?

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Schwarz kann jeder sehen. Oder eigentlich nicht. Und außerdem ist Schwarz nicht so, wie wir es sehen. Wie soll man in schwarz drucken und dabei nicht verrückt werden?

Die schwarze Farbe ist heimtückisch. Davon weiß wahrscheinlich jeder, der schon mal versucht hat ein perfekt schwarzes Outfit zusammenzustellen (nur, um festzustellen, dass der Rollkragenpullover anders schwarz ist, als die Hose). Das ist nun auch wieder ein weiterer Anhaltspunkt für TV-Hersteller, die unter diesem Vorwand ihre Marketing-Kämpfe führen. Und letztendlich ist das der Grund für Missverständnisse in Druckereien. Wie soll man sie vermeiden? Und wodurch unterscheidet man Schwarz und Schwarz?

odcienie czerni
Häufige Namen für Schwarztöne unter Kleidung und Accessoires.

Lassen Sie mich damit anfangen, was Schwarz so wirklich ist. Es ist die dunkelste Farbe. Theoretisch entsteht es infolge kompletter Absorption (also Verschlingung) von Licht. Zum Beispiel, im schwarzen Loch, wo das Gravitationsfeld so stark ist, dass ihm nichts entkommen kann. Nicht einmal das Licht. Aber praktisch gesehen existieren perfekt schwarze Körper fast überhaupt nicht. Man bezeichnet also als schwarz Gegenstände und Plätze, deren Farbe wir, wegen zu wenig reflektiertem Licht, nicht imstande sind festzustellen.

Die schwarze Farbe hat seinerzeit Bildschirm-Herstellern und Verbrauchern ziemlich viele Probleme bereitet. Besonders vor ca. 15 Jahren, als Röhrenmonitore (CRT) massenhaft auf Flüssigkristallbildschirme (LCD) umgetauscht wurden. Ein Grund dafür, warum manche Grafiker hartnäckig bei den schweren Monitoren geblieben sind, die den ganzen Platz auf dem Schreibtisch beanspruchten und eine halbe Tonne wogen, war gerade die Wiedergabe des Schwarzen.

Der Bildschirm ist ein Gerät, dass Licht ausstrahlt. Letztens haben wir festgestellt, welche Konsequenzen daraus folgen. Monitore funktionieren im RGB-Farbraum, wo es zur additiven Farbmischung kommt und alle Farben zu Weiß addiert werden. Der beste Weg Schwarz zu erreichen ist also das Ausschalten der Beleuchtung. Im Fall der LCD Bildschirme ist das einfach unmöglich – die ganze Bildschirmoberfläche wird beleuchtet. Deswegen kann auf solchen Monitoren kein echtes Schwarz gesehen werden, eher dunkelgrau.

Zum Glück geht die Technologie voran und man kann heute LED-Monitore kaufen, in denen es die Punkt-Beleuchtung gibt oder aber auch OLED, wo jedes einzelne Pixel eine separate Lichtquelle ist und einzeln ausgeschaltet werden kann.

Mit dem Drucken sollte es einfacher sein, nicht war? Schließlich arbeitet man hier im CMYK-Farbraum, wo eine der Grundfarben Schwarz ist. Den Wert „K” einfach auf 100% einstellen und fertig.

Ja und nein. Leider.

Schwarz kann im CMYK-Farbraum auf mehrere Weisen erzielt werden. Wie ich schon vorher erwähnte, ist das CMYK-Farbmodell subtraktiv, in dem die Farben zu Schwarz addiert werden. Das heißt, wenn man die Farben C, M und Y auf 100% einstellt, sollte man theoretisch auch schwarz erhalten.

Tut dies nicht, aber dazu komme ich noch später.

Beim Drucken gilt die selbe Regel „Schwarz ist nicht gleich Schwarz”. In einer Druckerei findet man meistens zwei Schwarztöne. „Normal” Schwarz und das s.g. „Fette Schwarz”. Auch wir unterscheiden zwei Arten von Schwarz. Und wir benutzen sie je nach Projekt und Ausführung.

„Normales” Schwarz beschreiben wir im CMYK-Farbraum mit den Werten C = 0, M = 0, Y = 0 i K = 100. Im Fall von Fettes Schwarz sind es C = 60, M = 60, Y = 60, K = 100. Diese Werte können je nach Gerät variieren und in anderen Druckereien könnt ihr auf Zahlen im Bereich 40-70 stoßen.

Warum nicht alle Werte auf 100% einstellen? Es gibt dafür ein paar Gründe. Vor allem, zu schade um den Toner. Gleich danach, zu schade um die Umwelt und das Geld. Fettes Schwarz in den Werten, wie oben gezeigt, ist wirklich ausreichend. Außerdem, je mehr Farbe, desto länger wird sie trocknen und die Ausdrücke werden zu schwer. Rein Physisch gesehen. Das mag nicht so relevant sein im Digitalen Druck, aber beim Offsetdruck sehr.

Nebenbei bemerkt, die Farbe mit allen Werten im CMYK-Farbraum auf 100% eingestellt nennt man „Passfarbe”. Man benutzt sie für Passer – das genaue Übereinanderpassen des gedruckten Bildes an der gleichen Stelle. Und das auch nicht immer – einige Druckereien verwenden für Passer ein Schwarz mit einem niedrigeren Gesamtfarbauftrag.

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100% Schwarz und Fettes Schwarz – Vergleich im CMYK-Farbraum

Warum unterscheidet man zwei Versionen von Schwarz und wozu dienen sie?

„Normales” Schwarz benutzt man für kleine schwarze Elemente im Full Color Standard. Solche, die dünne Ränder haben und dabei viel Präzision und Schärfe verlangen. In so einer Farbe wird ein schwarzer Text gedruckt. Fettes Schwarz wird zum drucken großer schwarzen Oberflächen verwendet – z.B. bei Bestellung einer schwarzen Schachtel (wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dass sie wirklich schwarz sein wird, empfehlen wir zusätzlich eine Mattfolie).

Es sieht bisschen anders aus, wenn es um die Schachteln Eco und Eco White geht. In diesem Fall drucken wir nur in Schwarz. Aufgrund dem von uns verwendeten Gerät ist das jedesmal Fettes Schwarz. Alle Projekte aus dem Online-Konfigurator werden automatisch in diese Farbe konvertiert.

Die obengenannten Handreichungen gelten vor allem für Projekte mit Standwerkzeugen und Dateien gespeichert im CMYK-Farbraum. Falls im Online-Konfigurator RGB Dateien benutzt waren, wird das Schwarz von der App auf unserer Seite konvertiert.

Wenn du CMYK-Dateien benutzt, ist das gar nicht schwer. Merke dir nur:

Eco, Eco White – immer Fettes Schwarz:

C = 60%

M = 60%

Y = 60%

K = 100%

Full Color – schwarzer Text:

C = 0%

M = 0%

Y = 0%

K = 100%

Full Color – große, schwarze Elemente – Fettes Schwarz:

C = 60%

M = 60%

Y = 60%

K = 100%

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